Das liebe Freistellen

Wenn alles klappt, wird nächste Woche das erste Lifestyle- und Fashionmagazin vom Verlag Meier & Cie. AG veröffentlicht. Neben Produktfotos für Inserenten durfte ich auch das Titelbild fotografieren. Damit die Grafikerin möglichst freie Hand hat, stellte ich nach dem Shooting die ausgewählten Bilder frei. Damit man da die Fähigkeiten von Photoshop voll nutzen kann, muss man bereits beim Fotografieren auf einige Punkte achten.

Auf dem Cover werden zwei Modelle sein. Ob sie dann mit dem ganzen Körper oder „nur“ als Portraits abgebildet würden, wollte sich die Grafikerin noch offen halten. Folglich richtete ich den Set so ein, dass ich beide Modelle ganz aufs Bild bekomme und die Grafikerin dann auch mit Ausschnitten arbeiten kann. Die Auflösung der Kamera reicht dazu problemlos. Der gesamte Hinter- und Untergrund mussten also so weiss wie möglich werden, ohne zu stark zu „abzustrahlen“ und so die Modelle zu überbelichten.

Ich zog also den Vinylhintergrund so weit aus wie möglich und platzierte auf jeder Seite des Hintergrundes eine Lampe, die direkt auf den Hintergrund leuchtete. Mittels Belichtungsmesser stellte ich die Lampen so ein (Winkel und Blitzkraft), dass der Hintergrund so regelmässig wie möglich ausgeleuchtet war (s. Grafik unten).

Anschliessend setzte ich zwei Striplights mit Waben. Diese Blitze beleuchteten die Modelle von schräg hinten. Die Modelle stellte ich anschliessend mittig vor die Striplights, rund 3 Meter vom Hintergrund weg. Mit den Striplights konnte ich so steuern, wie stark Kanten und Details in den Kleidern sichtbar wurden (die Modelle standen nicht nur frontal, sondern drehten sich).

Vor die Striplights setzte ich wieder parallel zwei Blitze, die den Boden aufhellten. Ich wollte einen möglichst hellen Boden, damit Photoshop die Konturen der Schuhe etc. problemlos finden würde.

Frontal vor den Models hängte ich eine grosse Softbox (ca. 90x130cm) an den „Galgen“. Dank dem Galgen (eine Art schwenkbarer Arm) kann ich eine Softbox auf der Achse Kamera-Model anbringen, ohne ein Stativ im Weg zu haben.

Bildschirmfoto 2014-08-29 um 11.47.28

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles in allem kamen also 7 Blitzlichter zum Einsatz, um das Bild so zu fotografieren, dass ich im Photoshop mit möglichst wenig Extra-Aufwand die beiden freistellen konnte.

Die Kamera schlussendlich stand rund 8 Meter vom Hintergrund und 5 Meter von den Modellen entfernt. Die Bilder liefen wie gewöhnlich direkt auf den Laptop, damit alle anwesenden Leute (2 Projektleiter, 1 Grafikerin, 2 Visagisten, 1 Blogger, 1 Radioredaktorin, 2 Modelle und ich) die Bilder fortlaufend sortieren konnten. Rund 200 Fotos später hatten wir den Favoriten gekürt.

Der Aufwand hat sich gelohnt, das Bild gefällt mir. Und jetzt bin ich gespannt, wie das Magazin dann daher kommt! Hier mal einige Making-Ofs und eines der favorisierten Titelbilder (nicht das gewählte, das erscheint nächste Woche!)

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