Die 50mm-Welt

Zoomobjektive sind sehr praktisch und vielseitig einsetzbar. An Hochzeiten und Anlässen fotografiere ich so lange wie möglich mit 2.8-er Zooms, also lichtstarken Objektiven. Sobald es sehr dunkel wird, greife ich auf Festbrennweiten zurück, um mehr Lichtstärke zu haben.

Natürlich ist es sehr komfortabel, wenn man auf diverse Objektive zurückgreifen kann. Ebenfalls ist es gemütlich, mit dem Objektiv zu zoomen, anstatt sich selber vor- oder zurückzubewegen. Allerdings verliert man in meinen Augen ein bisschen das Gefühl für Brennweiten und ihre Charakteristiken und wird etwas bequem.

Daher habe ich mich entschieden, „Brennweitenwochen“ zu machen und unterschiedliche Sujets mit einer bestimmten Brennweite aufzunehmen. So setzte ich letzte Woche das 35mm f1.4 auf und fotografierte damit alles, was mir vor die Linse kam; hauptsächlich Portraits und Landschaften. Die 35mm entsprechen in etwa 50mm im Kleinbildformat, also einer sogenannten „Normalbrennweite“. Dieses Objektiv ist klein, sehr lichtstark, scharf und leicht – perfekt also für Wanderungen.

Bei Landschaftsaufnahmen fühlte ich mich zwar oft etwas eingeschränkt, da ich die Weite oder das Panorama nicht immer so fotografieren konnte, wie ich wollte. Allerdings merkte ich, wie ich andere Lösungsansätze (Ausschnitte, Perspektiven) suchte. So setzte ich viel mehr das Hochformat ein, als ich das mit einem Weitwinkel gemacht hätte. Wenn es dann mal gar nicht mehr reichte, fotografierte ich mehrere Bilder und setzte die in Lightroom dann zu einem Panorama zusammen.

Obwohl ein 50mm-Objektiv nicht dem typischen Landschaftsobjektiv entspricht, finde ich, dass ich doch das fotografieren konnte, was und wie ich wollte. Auch Portraits werden schön wiedergegeben und dank der Blende von 1.4 konnte ich schön mit dem Schärfenverlauf spielen. Fazit: Auch mit einem „Normalobjektiv“ kann man schöne und etwas andere Fotos erstellen.

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Hochformat oder…

... Querformat. Mehr Stein oder ...

… Querformat. Mehr Stein oder …

... Wasser. Da ich von einer Brücke aus fotografierte, konnte ich nicht beliebig mit den Füssen "zoomen" und musste mich für das eine oder andere entscheiden.

… Wasser. Da ich von einer Brücke aus fotografierte, konnte ich nicht beliebig mit den Füssen „zoomen“ und musste mich für das eine oder andere entscheiden.

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Ein Pol- sowie ein ND-Filter verlängern die Verschlusszeit um etliche Sekunden. So wird der rauschende Bergbach ganz weich.

Lebendigeres Wasser durch kürzere Verschlusszeit. Der Einsatz von Filtern ermöglicht unterschiedliche Bildwirkungen - auch bei einer Festbrennweite.

Lebendigeres Wasser durch kürzere Verschlusszeit. Der Einsatz von Filtern ermöglicht unterschiedliche Bildwirkungen – auch bei einer Festbrennweite.

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Im Hochformat kommt die Schlucht besser zur Geltung, dafür sieht man auch den Masten. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Natürlich hätte ich den auch wegretuschieren können.

Im Querformat ist der Masten weg, zudem sieht man die Kurve des Tals besser. Dank dem Polfilter sieht man auf den Grund des Baches.

Im Querformat ist der Masten weg, zudem sieht man die Kurve des Tals besser. Dank dem Polfilter sieht man auf den Grund des Baches.

Schwarz-Weiss betont Strukturen und Linien. Die Umwandlung machte ich in Lightroom.

Schwarz-Weiss betont Strukturen und Linien. Die Umwandlung machte ich in Lightroom.

Falls das Objektiv zu wenig weitwinklig ist: Kamera ins Hochformat und mehrere überlappende Bilder schiessen. Anschliessend am Computer zu einem Panorama zusammensetzen.

Falls das Objektiv zu wenig weitwinklig ist: Kamera ins Hochformat und mehrere überlappende Bilder schiessen. Anschliessend am Computer zu einem Panorama zusammensetzen.

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