Die „Sehr“-Expedition

Es ist vollbracht: Wir haben die Patagonien-Expedition mit Camp David geschafft! Wenn ich mir die letzten 10 Tage noch einmal durch den Kopf gehen lasse, komme ich immer wieder auf ein Wort. Sehr. Denn die Expedition war:

– sehr weit weg von zu Hause

– sehr intensiv, sowohl mental wie auch körperlich

– sehr abgelegen

– sehr weit südlich (wir haben im wahrscheinlich südlichsten Hotel der Welt übernachtet)

– sehr geil.

Hier ein paar Gründe, wieso dem so ist:

Wir waren rund 2.5 Tage unterwegs, bis wir am Ausgangspunkt der eigentlichen Expedition ankamen. Und so lange dauerte es auch bis wir wieder zurück waren.

Zu Beginn lächelten wir noch über die Distanzen, die wir in 10 Tagen zurücklegen sollten: 40 km Biken (ohne Radhose, mit nicht wirklich guten Bikes und einem 20kg Rucksack auf dem Rücken ist das sehr intensiv), 100km Wandern (wir konnten ja nicht ahnen, dass es absolut keine Wege geben würde) und dann noch „ein bisschen“ Kayaken (wir legten je nachdem 8 oder rund 40km im Kayak zurück bevor dann noch einmal 54km Biken auf dem Programm standen.

Beim Wandern hatten wir drei Erlebnisbereiche: alpine (Schnee, Geröll, Fels), bäumige (im Wald, über und unter Stämmen durch, durch Schlamm und Bäche) sowie sumpfige. Das sumpfige Gelände darf man sich so vorstellen: Ca. 6 mit Wasser getränkte Schwämme (die von den Wandtafeln im Schulzimmer) übereinander, teilweise über Kilometer ausgelegt. Dazu unendlich viele Biberdämme mit entsprechenden Seen, Tümpeln, Wasserstrassen etc. Streng war alles und manch einer fragte sich öfters, was er oder sie hier mache…

Wir genossen wunderschöne Aussichten über weite, unverbaute Täler, die Zivilisation war weit weg. Die Natur zeigte aber nicht nur ihre schönen Seiten, sondern auch ihre ungebändigte Kraft. Dies vor allem während eines Sturmes, als bei sämtlichen Zelten eine oder mehrere Stangen brachen, Zelte aus den Verankerungen gerissen wurden und sich samt Insassen drehten und Zeltstoffe einfach rissen.

Rückblickend muss ich sagen, dass ich so etwas intensives wahrscheinlich noch nie erlebt habe. Und trotz der vielen Momente, in denen ich mich wegwünschte, war es doch sehr geil. Extrem anstrengend, aber eben, sehr sehr geil. Auf jeden Fall war das eine mehr als optimale Vorbereitung auf den Denali. Ob ich aber jemals das Patagonia Race mache, bezweifle ich stark 🙂

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