Die Sonne im Rucksack

Wie letzte Woche versprochen folgt hier ein Update zum Shooting im Engadin von letzter Woche. Für meinen Kunden Bächli Bergsport AG durfte ich im Berninamassiv Fotos zu den Themen Schneeschuhlaufen, Skitouren und Freeriden machen. Zusätzlich standen noch einige Lifestyle-Fotos auf dem Programm. Dazu gehörte unter anderem ein Bild im Sprudelbad auf der Diavolezza auf 3000 m.ü.M.

Die erste Nacht verbrachten wir aber noch im Bernina Suot und gingen fürs Shooting in Richtung Morteratsch, um die Schneeschuhbilder auf die Karten zu bannen. Zum Glück machte ich noch meine Verlängerungen an die Schneeschuhe: Teilweise versanken wir bis zu den Hüften im Tiefschnee! An diesem ersten Tag arbeitete ich ausschliesslich mit dem 24-70 mm Objektiv, um neben den Models auch viel Landschaft auf die Bilder zu bekommen. Im Morteratschtal waren die Verhältnisse super und trotz Lawinenstufe 4 (von 5) waren wir jederzeit sicher. Mit Hermann Berie hatte Bächli Bergsport eigens einen Bergführer zu unserer Sicherheit engagiert.

Die Lawinengefahr ist natürlich nur eine der grossen Herausforderungen bei einem Shooting im Schnee: Die tiefen Temperaturen (ca. -10°C) stellen an Akkus (und Finger) hohe Anforderungen und die Sonne verhindert einen klaren Blick aufs Display. Das Problem mit der Sonne konnte ich dank meiner „Hoodman Lupe“ beheben. Diese Lupe passt genau aufs Display, verhindert Sonneneinstrahlung darauf und ermöglicht so einen klaren Blick aufs Bild.

Da ich davon ausging, dass ich relativ oft stehen muss, bis die Leute in Position sind, entschied ich mich, meine Expeditionsschuhe, die ich auf den Aconcagua trug, anzuziehen. Auch wenn sie zu Beginn etwas überdimensioniert wirkten, waren sie perfekt und ich hatte nie kalte Füsse.

Ich versuchte, möglichst schonend mit der Kamera umzugehen. Trotzdem schaffte ich es, sie in einem steilen Aufstieg als Schneeschaufel zu benutzen. Eine längere Reinigungsaktion war dann die Folge. Also genügend Linsenreinigungstücher, Leder und sonstige Putzmittel dabei haben (und eine Kamera, die mit Feuchtigkeit und Kälte umgehen kann).

Am Nachmittag schossen wir im Hotel Morteratsch noch einige Bilder (Funktionsunterwäsche), bevor wir hinauf zur Diavolezza gondelten. Oben angekommen, stürzten sich Angie und Anders in den Whirlpool. Ich war froh, dass ich die Fotos von aussen machen durfte, auch wenn der Pool mit knapp 40° sehr verlockend aussah. Wenn ich da allerdings daran dachte, dass man da ja auch wieder raus sollte…

Am folgenden Tag wollte das Wetter nicht richtig. Piz Palü und Piz Bernina versteckten sich hinter einer dicken Nebelschicht. So wollten wir erst Fotos mit Ausrüstungsgegenständen machen. Zum Glück hatte ich die Sonne im Rucksack; und zwar in Form von Blitzen mit CTO-Filtern (orange-farbene Folien). So konnte ich die Farben der Kleidungsstücke etwas aufpeppen und das „schöne“ Grau des Nebels etwas freundlicher wirken lassen. Allerdings kam die Technik (funkgesteuerte Blitze) bei mittlerweile rund -15°C doch an ihre Grenzen.

Als sich der Nebel dann kurz verzog, nutzten wir die Gelegenheit und schossen einige Skitourenfotos in dieser grandiosen Arena. Es reichte am Mittag sogar noch für einige Abfahrtsbilder. Alles in allem waren diese zwei Tage extrem spannend und es ist immer wieder faszinierend, was man machen kann, auch wenn das Wetter nicht ganz mitspielt. Unten sind noch einige Impressionen dieser Tage, die Modelle sind bewusst unkenntlich gemacht. Dies nicht wegen den Modellen, sondern wegen den Kleidern und der Ausrüstung, die erst in der nächsten Saison herauskommen.

Herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal für den super Auftrag, Bächli Bergsport, und Hermann für die kompetente Führung während dieser zwei Tage. Ebenfalls danke für die Making Offs, Hermann.

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