Erste Eindrücke von der Fuji X-T2

Wie im letzten Blogeintrag erwähnt, durfte ich letzte Woche mit Fuji Schweiz nach Paris reisen. Grund dafür war die Lancierung der neuen Kamera X-T2.

Am ersten Abend nahmen wir an der Produktepräsentation der neuen Kamera teil. Im Anschluss an die Präsentation hatten wir die Gelegenheit, sowohl die X-T2 wie auch den neuen Blitz EF-X500 selber in die Hand zu nehmen und bei einem Shooting live zu erleben.

Den zweiten Tag verbrachten wir in Le Mans und konnten die neue Kamera, Objektive sowie den neuen Blitz am „Classic Car“ Rennen testen. Gerne schildere ich hier meine ersten Eindrücke. Wer technische Details möchte, findet diese zur Genüge auf der Fuji Seite oder den unzähligen Reviews.

Das Gehäuse

Das Gehäuse der Kamera ist solide verarbeitet und wettergeschützt, wie man das von einer heutigen professionellen Kamera erwartet. Das Layout der Einstellräder ist gleich wie bei der X-T1, diese lassen sich aber zuverlässiger blockieren. Für X-T1 Benutzer ist die Umstellung also einfach, und wer zum ersten Mal mit X-Kameras fotografiert, wird feststellen, dass es sehr angenehm ist, die wichtigsten Parameter direkt an der Kamera (nicht im Menu) einzustellen.

Neu ist der Joystick. Mit diesem lässt sich der Fokusbereich direkt ansteuern, wie das bereits von der X-Pro 2 bekannt ist. Dieser Joystick ist super (und auch am optionalen Handgriff vorhanden), allerdings vergass ich immer wieder, dass es ihn gibt. Dies ist aber Gewöhnungssache.

Eine weitere Neuheit ist, dass sich die Filmfunktion am Einstellrad befindet, an dem sich auch alle anderen Aufnahmearten einstellen lassen. Einmal eingestellt, kann man per Auslöseknopf die Filmaufnahme starten. Dies ist einfacher als bei der X-T2. Die Möglichkeit, 4K zu filmen, ist ebenfalls mehr als eine Notiz wert.

Wertiger als noch bei der X-T1 erscheinen mir die Klappen zu den Speicherkarten (nun verriegelt) sowie den Steckplätzen. Wie die X-Pro2 bietet die X-T2 neu Platz für zwei Speicherkarten, im Gegensatz zur Pro2 sogar für zwei SD UHS-II Karten. Diese sind schneller als die UHS-I Karten, was für diejenigen interessant ist, die viel mit Serienbildern arbeiten oder filmen.

Der Einsatz

Wie gesagt, nutzten wir die Kamera am Autorennen. Das Wetter war super, was zwar angenehm war, aber die Kamera nicht an ihr Limit brachte. Rauschverhalten und Fokusgeschwindigkeit bei schlechten Bedingungen konnte ich nicht testen. Andere, die die Kamera ausgiebig testen konnten, schwärmen aber davon.

Positiv überrascht war ich von der Fokusgeschwindigkeit. Dank der Feinjustierung, die neu vorgenommen werden kann, kann man den Fokus schnell auf die aktuellen Bedürfnisse anpassen. Dies funktioniert und ist definitiv ein Gewinn für die Kamera. Dies ist auch für Filmer interessant. In den untenstehenden Filmen sieht man, wie schnell die Kamera automatisch fokussiert.

Wie die X-T1 liegt auch die X-T2 gut in der Hand und ist auch für grössere Objektive gut ausbalanciert. Der elektronische Sucher ist etwas heller und erbringt mehr Bilder pro Sekunde. Dies war bei den Autorennen sehr hilfreich, weil man ein flüssigeres Bild hat und wird auch bei anderen (sportlichen) Anwendungen helfen.

Handgriff

Bereits für die X-T1 gibt es einen Handgriff als Zubehör. Dieser hat Platz für einen Akku und diverse Knöpfe. Der Handgriff der X-T2 bietet nun Platz für 2 Akkus. Zusammen mit dem Akku in der Kamera kann man so also rund 1000 Fotos schiessen, ohne wechseln zu müssen. Er vergrössert zudem den Griff der X-T2 und passt optimal zur Kamera. Und wenn man es etwas kleiner und leichter braucht, lässt man ihn einfach weg. Also definitiv eine gute Investition.

Fazit

Fuji hat bei der neuen Kamera definitiv sehr vieles richtig gemacht. Ich hatte die Möglichkeit, mit Fotografen zu sprechen, die beruflich Autorennen fotografieren. Sie (und andere Fotografen) waren stark involviert in der Entwicklung der Kamera. Dies merkt man. Mir hat die Kamera Spass gemacht und wenn ich die Fotos anschaue (vor allem die ACROS-Filmsimulation), bin ich mehr als überzeugt von der Kamera. Mir liegt das Handling und ich freue mich, die Videomöglichkeiten etwas mehr zu testen. Bereits mit der X-T1 (und anderen Kameras) kann man gute Fotos machen und die Kamera wird das eigene Niveau nicht einfach anheben. Allerdings verhelfen die 50% mehr Pixel zu einem klareren Bild bei feinen Strukturen und der Autofokus ist noch einmal wesentlich schneller. Ich glaube, die Kamera kann in diversen fotografischen Bereichen eingesetzt werden und freue mich darauf, die X-T2 dann ausgiebig zu testen. In meinen Augen wird die Welt der Spiegelreflexkameras mit dieser Lancierung noch ein bisschen kleiner…

 

Sämtliche Fotos sind JPEGs direkt aus der Kamera ohne Bearbeitung. Die Videos sind ebenfalls direkt aus der Kamera. Der erste mit der Filmsimulation Acros, der andere mit Velvia. Die Filme sind keine „Meisterleistung“, zeigen in meinen Augen aber sehr gut, wie schnell der Fokus automatisch korrigiert.

Bienvenu!

Bienvenu!

Test der Fuji X-T2 am Classic Car Rennen in Le Mans, Frankreich. / Test of the Fuji X-T2 during the Classic Car Race in Le Mans, France.

Der Autoprofi Dirk Bogaerts im Gespräch mit einigen X-Fotografen.

Test der Fuji X-T2 am Classic Car Rennen in Le Mans, Frankreich. / Test of the Fuji X-T2 during the Classic Car Race in Le Mans, France.

An der Rennstrecke, die X-T2 mit dem 50-140mm 2.8. Mitziehen erfordert einiges an Übung!

Der Fokus zieht schön mit. Dank Feinjustierung reagiert er wesentlich schneller und feiner als noch bei der X-T1.
Der Fokus zieht schön mit. Dank Feinjustierung reagiert er wesentlich schneller und feiner als noch bei der X-T1.
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Die Filmsimulation Velvia lässt die Farben intensiver leuchten.
Die Filmsimulation Velvia lässt die Farben intensiver leuchten.

Acros hingegen mutet beinahe schon "historisch" an. Passend zu den Autos.

Acros hingegen mutet beinahe schon „historisch“ an. Passend zu den Autos.

Unterwegs auf dem Renngelände, bewaffnet mit der X-T2 und dem ebenfalls neuen Blitz EF-X500.
Unterwegs auf dem Renngelände, bewaffnet mit der X-T2 und dem ebenfalls neuen Blitz EF-X500.

Die folgenden Bilder sind n mit dem 56mm f/1.2 aufgenommen, direkt in der Vorbereitungszone.

Die folgenden Bilder sind n mit dem 56mm f/1.2 aufgenommen, direkt in der Vorbereitungszone.

160709-Test-X-T2-296 Test der Fuji X-T2 am Classic Car Rennen in Le Mans, Frankreich. / Test of the Fuji X-T2 during the Classic Car Race in Le Mans, France.

Der neue Blitz EF-X500 sass an diesem Tag für einmal "einfach" auf der Kamera im TTL Modus.

Der neue Blitz EF-X500 sass an diesem Tag für einmal „einfach“ auf der Kamera im TTL Modus.

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Nach einem langen Tag warteten wir am Bahnhof von Le Mans auf den TGV, der uns zurück nach Paris bringen sollte.

Nach einem langen Tag warteten wir am Bahnhof von Le Mans auf den TGV, der uns zurück nach Paris bringen sollte.

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