Ferienfoto-Tipps

Wie im Newsletter (hier abonnieren) versprochen, gebe ich heute noch einige Tipps zu Ferienfotos. Ich werde mir dann die nächsten zwei Wochen selber Zeit nehmen, um meine Fertigkeiten darin zu verfeinern. Anfangs August bin ich wieder zurück und werde im gewohnten Rhythmus diesen Blog weiterführen. In diesem Sinne: Schöne Ferien, gut Licht und bis bald!

  1. Die Kamera dabei haben
    Wie oft haben Sie schon folgende Situation erlebt: Sie sehen etwas und denken: „Hätte ich doch nur die Kamera dabei!“ Klar ist heute in jedem Smartphone eine Kamera verbaut, doch gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen lässt deren Qualität zu wünschen übrig. Wenn Sie eine grosse Kameraausrüstung haben, lohnt es sich ggf., diese mit einer kleinen zu ergänzen. Vergessen Sie aber nicht, den Moment und die Ferien auch mal „live“, also ohne Kamera vor dem Kopf zu geniessen.
  2. Stabile Unterlage
    Sei es ein Stativ, ein Sack gefüllt mit Sand oder Reis, eine Tasche oder eine Mauer: sobald Sie längere Verschlusszeiten brauchen, um ein Bild zu machen, lohnt sich eine stabile Unterlage. Je schwerer die Kameraausrüstung, desto stabiler muss das Stativ sein. Wenn Sie Sonnenuntergänge lieben, Nachtaufnahmen machen möchten oder Wasser zum Fliessen bringen wollen, werden Sie um ein Stativ nicht herumkommen.

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    Sonnenaufgang im Yosemite NP.

  3. Der goldene Schnitt
    Setzen Sie Ihr Sujet nicht immer in die Mitte des Bildes. Dritteln Sie gedanklich das Bild oder nutzen Sie die Hilfslinien, die Kameras heutzutage meistens im Display einblenden können. Setzen Sie Ihr Sujets auf diese Linien und Kreuzungspunkte. So erzeugen Sie mehr Spannung. Geben Sie Ihrem Model Platz, wie hier der Möwe: Da sie links im Bild ist, hat sie genügend „Platz“, um nach rechts zu starten.

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    Startende Möwe.

  4. Die Perspektive
    Spielen Sie mit der Perspektive, zeigen Sie die Welt aus einem anderen Blickwinkel. Sei es nun beimKajaken auf dem Meer, beimUmstossen des schiefen Turmes oder beim Portrait Ihres Hundes. Erobern Sie die Welt sitzend, kriechend oder springend – was auch immer gerade passt.

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    Kayaken im Indischen Ozean.

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    Eine der vielen Erklärungen, warum er schief ist.

     

  5. Silhouetten
    Wenn Sie gegen das Licht fotografieren, wird entweder der Himmel weiss oder Ihr Sujet schwarz (Silhouette). Wenn Sie ein Portrait machen möchten, müssen Sie sich wohl für den weissen Himmel und damit ein perfekt belichtetes Gesicht entscheiden. Gegenstände sehen als Silhouette aber auch schön aus (auch Personen) und die Farben beginnen richtig zu „knallen“. Also: Belichten Sie auf die hellste Stelle im Bild und schon erhalten Sie satte Farben und schwarze Silhouetten.

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    Der Half Dome als Silhouette beim Sonnenaufgang.

  6. Scharf-unscharf
    Mit der Blende steuern Sie unter anderem die Schärfentiefe. Je kleiner die Zahl ist, desto weniger Schärfentiefe steht zu Verfügung. Dies ist sehr schön bei Portraits oder auch bei Nahaufnahmen. Enweder nutzen Sie das Portrait-Programm der Kamera oder stellen die Blende selber ein. Dies geschieht mit dem Programm A (Av). Drehen Sie das Rad, bis die Zahl klein wird, fertig. Bei Landschaftsaufnahmen sind kleine Blenden (grosse Zahl) von Vorteil, weil Sie ja möglichst viel scharf haben wollen. Aber Achtung: Wenn die Blende kleiner wird (grössere Zahl), nimmt die Verschlusszeit (Zeit, in welcher belichtet wird) zu. Je nachdem brauchen Sie dann ein Stativ.

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    Dank der offenen Blende ist die Tiefenschärfe klein. Der scharf abgebildete Schmetterling wird so vom unscharfen Hintergrund getrennt.

  7. Inszenieren Sie
    Diese Bild entstand vor Jahren in Finnland. Ich liess meine Freunde hin- und herpaddeln, um sie zwischen dem Schilf zu erwischen. Leider war der vordere Padler genau im gleissenden Sonnenlicht – das Bild ist also nicht ganz perfekt, aber mal etwas anderes.

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    Hin und her, her und hin. Ein Foto darf auch mal inszeniert sein.

  8. Unkonventionelle Zeiten
    Sie können rund um die Uhr fotografieren. Ich hoffe, dass Sie Ihren Urlaub auch anderweitig nutzen, aber gehen Sie mal sehr früh raus oder bleiben Sie sehr lange. Ein Stativ ist dann sicherlich nötig, aber es lohnt sich! Je kleiner die Blende (grosse Zahl), desto eher ergeben sich die „Sternen“ bei den Lichtern. Üben Sie und finden Sie heraus, ob es besser ist, etwas heller oder dunkler zu belichten. Sie haben ja Zeit…

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    Wir blieben wesentlich länger als geplant. Das Resultat kann sich sehen lassen.

  9. Panorama
    Nutzen Sie die Panoramafunktion Ihrer Kamera oder setzen Sie ein Panorama im Computer zusammen. Falls Sie zweiteres machen: Lassen Sie die einzelnen Bilder genügend überlappen. So hat das Programm dann genügend Anhaltspunkte, um die Bilder zu einem Panorama zusammen zu fügen. Ab Stativ ist es einfacher, mittlerweile bringen die Programme auch viel hin, wenn Sie aus der Hand fotografieren. Wichtig: Egal ob Panoramafunktion oder Panorama am Computer: Fotografieren Sie im Hochformat, dann wird ihr Panorama höher, als wenn Sie im Querformat fotografieren. Vermeiden Sie Gegenstände nahe an der Kamera und fotografieren Sie weitwinklig (wenig/kein Zoom). Panoramas wirken am ehesten mit Landschaften.

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    Das Panorama ist aus mehreren Fotos am Computer zusammengesetzt worden. Wichtig dabei: Die Einzelbilder müssen sich genügend überlappen.

  10. Schwarz-weiss
    Machen Sie auch mal Aufnahmen in schwarz-weiss. Gerade an sehr sonnigen Tagen können s/w-Bilder sehr gut wirken. Bei vielen verschiedenen Lichtquellen kann es vorkommen, dass die Farben etwas komisch wirken. Wenn Sie das Bild in s/w konvertieren, haben Sie dieses Problem gelöst.

    Ägypten  839

    Mit einer der ersten digitalen Spiegelreflexkameras geschossen. Der Weissabgleich stimmte überhaupt nicht – schwarz-weiss löste dieses Problem augenblicklich.

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