Spontaner Fotokurs

„Du, ich habe eine neue Kamera, um Autos, die ich verkaufe, zu fotografieren. Aber irgendwie bringe ich noch nicht die gewünschte Bildqualität hin.“ Dieses Dilemma meines Kunden – handle es sich nun um Fotos von Autos oder auch Familienfotografien – kennen wohl viele. Die heutigen Kameras sind alle so gut, dass damit gute Fotos gemacht werden können. Vorausgesetzt, man weiss, worauf man achten muss.

Mein Kunde schiesst die Fotos immer in einer Tiefgarage. Einerseits ist es dort trocken, andererseits sind die Lichtverhältnisse immer identisch – das ist zwar super, aber es ist eben auch eher dunkel.

Als erstes gab ich meinem Kunden also eine Kaufempfehlung für ein wichtiges „Accessoire“ ab: Ein Stativ und ein Stativkopf. So kann er die ISO-Zahlen tief halten (bessere Bildqualität) und mit der Blende spielen (Tiefenschärfe). Sowohl tiefe ISO-Zahlen wie auch eine geschlossene Blende führen zu mehrsekündigen Belichtungszeiten. Dank dem Stativ sind diese kein Problem.

Nachdem er sein Stativ samt Kopf erhalten hatte, trafen wir uns gestern in der Tiefgarage zum praktischen Teil. Ich erklärte ihm, wie er mit der Blende die Tiefenschärfe steuern kann, wir er das Stativ möglichst nahe ans Auto bringt (ein Bein durchs Fenster der Hintertür im Auto abstellen) und wir er das Stativ auf dem Vordersitz platziert, um die Armaturen (Kilometerstand) zu fotografieren.

Der Kurs war kurz und schmerzlos, wird ihm aber sicherlich zu bessern und konstanteren Fotos verhelfen. Diese kommen professionell rüber. Das sehen natürlich auch die potenziellen Käufer. So hinterlässt er bereits beim ersten Kontakt einen seriösen Eindruck. Dieser ist wichtig, um sich einen guten Namen im Autohandel zu verschaffen.

Die Kamera auf dem Stativ, die Position etwas erhöht: So passt der Einblick ins Cockpit.

Die Kamera auf dem Stativ, die Position etwas erhöht: So passt der Einblick ins Cockpit.

Fotokurs003

Je nach Blickwinkel verdeckt das Steuerrad einen anderen Teil des Cockpits.

Geschlossene Blende: Mehr Tiefenschärfe, je nachdem stört so der Hintergrund.

Geschlossene Blende: Mehr Tiefenschärfe, je nachdem stört so der Hintergrund.

Offene Blende: Der Blick fällt auf den scharfen Teil des Bildes, störende Hintergründe sind weniger dominant.

Offene Blende: Der Blick fällt auf den scharfen Teil des Bildes, störende Hintergründe sind weniger dominant.

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