Stationäre Drohne

Es wird ja immer wieder über die „andere“ Perspektive in der Fotografie gesprochen. Letzte Woche suchte ich diese am Volleyballspiel VC Kanti – Volley Köniz. Die Perspektive habe ich fraglos ändern können, einige Tücken gabs und gibts aber dennoch.

Die neuen Blitzgeräte von Canon ermöglichen eine drahtlose Auslösung der Kameras, ohne den Blitz zu zünden. Perfekt also für den Hallensport, bei welchem Blitze nicht nur irritieren, sondern auch gefährlich sein können, wenn eine Spielerin nach einem Blitz nur noch Sterne sieht… Im Studio habe ich getestet, ob es möglich ist, sowohl Kamera wie auch den Blitz zu „wecken“, wenn er in den rund 10 Stunden, die zwischen der Installation und dem Einsatz liegen, in den Ruhemodus geht. Das klappte nur bedingt und so stellte ich den automatischen Stromsparmodus aus – in der Hoffnung, dass die Akkus am Abend dann noch einsatzbereit sind.

Die Kamera sollte möglichst hoch oben angebracht werden. Dazu nahm ich eine Superclamp von Manfrotto, die ich an einer Strebe befestigen konnte. an der Clamp brachte ich den Stativkopf an und befestigte die Kamera mit aufgestecktem Blitz daran. Das Ganze sicherte ich dann noch mit zwei Reepschnüren: Eine kam um Objektiv und Body und die andere um den Blitz. So wäre sicher nichts auf die Spielerinnen gefallen, wäre die Kamera aus dem Stativkopf gerutscht (bei einem Ballkontakt).

Dann gings daran, den Bildausschnitt zu wählen. Ich beschränkte mich aufs Netz, da dort die meisten spannenden Duelle erfolgen. Ich wählte ein Weitwinkelobjektiv, da ich nicht durch den Sucher schauen konnte, während ich das Bild auswählte. So wusste ich bis nach dem Match nicht genau, was denn nun exakt auf den Bildern zu sehen sein wird… Aus Erfahrung wusste ich, dass die Halle eher dunkel ist und ich mit 6400 ISO und Blende 2.8 aufnehmen muss, um eine Verschlusszeit von 1/800-1/1000 zu erhalten. Diese Verschlusszeit brauchts, um Spielerinnen und Ball „einzufrieren“. Ich habe bei der Installation den Autofokus benutzt und anschliessend auf manuellen Fokus gestellt.

Fazit nach dem ersten Versuch:

+ Die Ausrüstung hat funktioniert, ich habe rund 200 Bilder geschossen

– Da ich nicht durch den Sucher blicken konnte und noch kein Netz stand, fokussierte die Kamera auf den Boden. Somit sind die Köpfe der Spielerinnen leicht unscharf
– Der Blindflug hat einigermassen geklappt, aber Spielzüge, die nahe an der Antenne waren, sind praktisch alle mit abgeschnittenen Köpfen festgehalten

Das nächste Mal muss ich mit der wackligen Hebebühne weiter hinten ansetzen, damit ich noch höher komme und so durch den Sucher blicken kann. Zudem wäre eine Person auf dem Feld wünschenswert, um den Fokuspunkt höher zu legen. Oder ich warte noch ein bisschen und nehme dann die Kamera, die mir den Bildausschnitt direkt aufs iPhone beamt und ich die Einstellung und Auslösung gleich so vornehmen kann. Doch dazu mehr ein anderes Mal.

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