Vereinfachtes Freistellen

Moderne Blitzanlagen können heute wesentlich mehr als „nur“ blitzen: Sie bieten Stroboskopeffekte, können in Serie geschaltet werden oder erst nach einer definierten Zeit auslösen. In der App für die Bron Siros Blitze habe ich zudem eine Funktion namens „freemasking“ gefunden. Ich suchte danach im Internet und probierte es anschliessend aus.

Das Prinzip ist relativ einfach:

Man definiert einen oder mehrere Blitze als Hauptblitze. Diese sind nötig, um die Person/den Gegenstand schön auszuleuchten. Ein oder mehrere Blitze werden zum Maskieren benutzt. Diese sind hinter dem Sujet positioniert und sorgen so dafür, dass der Hintergrund des Fotos hell wird und das Sujet als Silhouette erscheint. Ich habe meine Bilder mit 2 Blitzen gemacht:

Einer stand hinter meine Schaufensterpuppe. Daran hatte ich die grosse Octabox montiert, um möglichst eine grosse weisse Fläche zu erhalten. Den zweiten Siros L montierte ich im Para 88 und benutzte den als „Hauptlicht“, um die Schaufensterpuppe auszuleuchten. Dann bestimmte ich den Blitz im Para via App als „Master“ und den Blitz hinter der Puppe als Maskierblitz. Die Kamera stand auf dem Stativ, damit möglichst nichts bewegt wird. Beim ersten Auslösen wurde der Hauptblitz (im Para) ausgelöst. Dann löste ich ein zweites Mal aus. Dieses Mal blitzte nur der Hintergrundblitz und sorgte für die Silhouette.

In Lightroom verdunkelte ich die Schatten zusätzlich, um wirklich eine saubere Silhouette zu erhalten. Dann lud ich beide Fotos in Photoshop.

Das Bild mit der Silhouette musste ich invertieren, damit der Hintergrund dunkel und die Figur weiss wurde:

Mit Command+A/Control+A markierte ich das gesamte Bild und zog es mit dem Verschiebenwerkzeug (v) auf das andere Bild.

Nun kann man die hellen Stellen relativ einfach auswählen: Command+alt+2 auf Mac, oder via Auswahl/Farbbereich. Dann klickte ich auf die untere Ebene (korrekt belichtete Figur). Die Auswahl bleibt so bestehen und ich konnte per Mausklick eine Maske hinzufügen. Alles, was ausgewählt war, blieb so sichtbar (helle Stellen) und alles, was ausserhalb der Auswahl war (dunkle Stellen), wird ausgewählt. Da die Bilder deckungsgleich waren, entfernte ich so den Hintergrund.

Schlussendlich ging es noch darum, eine neue Ebene unter die Figur zu legen und diese mit einer Farbe oder einem Verlauf auszufüllen (s. unten). Ich entschied mich, einen der Hauttöne als Füllfarbe zu wählen.

Das fertige Bild ist noch nicht ganz perfekt, aber so gelingen Freisteller relativ simpel und mit wenigen Korrekturen ist man am Ziel. Dieses Bild ist etwas grösser, damit man die feinen Details, die bei den Federn erhalten bleiben, besser sehen kann.

 

 

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